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Die Stegerwald-Stiftung und ihre Gesellschaften beschäftigen aktuell rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kümmern sich um psychisch kranke und psychisch behinderte Menschen – 150 in betreuten stationären Wohnformen, weitere 300 ambulant. „Mir liegt die „hochqualitativ-professionelle, aber vor allem zugewandte Versorgung solcher Menschen am Rande der Gesellschaft am Herzen“, so Angelika Bakos. Ebenfalls richtet sie ihr Augenmerk auf die Mitarbeiterschaft, „von wertschätzendem Umgang bis hin zu vernünftiger Bezahlung.“ Denn die Herausforderungen sind groß: Die Organschaft hält als starker, in ganz Köln aktiver Träger unter anderem eine zentrale Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft an 365 Tagen im Jahr vor und bietet vielfältige tagesstrukturierende Programme an drei Standorten. Gearbeitet wird mit dem leitzielorientierten Qualitätsmanagement PPQ®. Das Angebot reicht sogar bis hin zum therapeutischen Reiten, und vor dem kirchlich-katholischen Hintergrund der Stegerwald-Stiftung gehört selbstverständlich auch wohltuende Seelsorge dazu.

Aus der Klinik in die Gesellschaft

Wenn er sich an die Anfänge zurückerinnert, berichtet Johannes Schmitz von dem zunächst schwierigen Unterfangen, Menschen mit Behinderung im gemeinschaftlichen Wohnen zurück in ein „normales“ Leben zu begleiten. Am Goldammerweg wurde 1980 der erste Standort eröffnet; damals wohnten dort drei psychisch kranke Menschen. Zunächst wurde Schmitz, der seinerzeit als Pastoralreferent für das Erzbistum Köln tätig war und heute Diakon ist, seelsorgerisch-pädagogischer Geschäftsführer – im Ehrenamt. Als damaliger Seelsorger der Landesklinik Merheim war es ihm ein Anliegen, Patienten aus der Klinik heraus in die Gesellschaft zu integrieren. „Wir haben der Klinik die Langzeitstationen leergeräumt“, blickt er schmunzelnd zurück – „der Bedarf war und ist groß, so mussten wir stetig expandieren. Man kann sagen, dass im Schnitt alle anderthalb Jahre ein neues Haus, eine neue Einrichtung hinzugekommen ist.“ Das Engagement weitete sich auf die ganze Stadt aus: „Die Dezentralität der Standorte sowie die individuelle Vielfalt von Betreuungsformen vom ‚All-Inclusive-Angebot‘ bis hin zu selbst verantworteten Betreuungs- und Lebensmodulen waren uns dabei immer wichtig.“ Als das Arbeitspensum 2006 im Ehrenamt nicht mehr zu stemmen war, schied Johannes Schmitz aus dem Dienst des Bistums aus und wurde hauptamtlicher Geschäftsführer.

Angelika Bakos übernimmt von ihm ein gut bestelltes Haus: „Es ist ein wirklich immens großer Vorteil – gerade mit Blick auf die Einführung des neuen Bundesteilhabegesetzes BTHG für 2020, dass unsere drei Gesellschaften mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und Möglichkeiten unter einem Stiftungsdach miteinander verbunden worden sind – so kann jeder Teilbereich genau die Leistung anbieten, die von den Menschen gerade gebraucht wird.“ Der Stiftungsrat mit Dr. Ulrich Soénius an der Spitze und Johannes Schmitz als Geschäftsführer hätten hier „sehr intelligent und sehr weit vorausblickend gehandelt, diese gute Basis hat mich neben vielem anderen an der neuen Aufgabe gereizt.“

Freundliche, herzliche Aufnahme habe sie erfahren, „einfach eine gute Stimmung, die merkt man im Umgang miteinander – und auch dafür gebührt Johannes Schmitz am Ende seines Berufsweges großer Dank.“ Angelika Bakos möchte „dieses Miteinander und diese Werte weitertragen.“ Das gemeinsame Großprojekt BTHG, ist sie sich sicher, „werden wir gemeinsam stemmen, wir gehören ohne Konkurrenzdenken alle zusammen, getrieben von der Sorge um das Wohl unserer Klienten und Bewohner.“ Es gelte außerdem, auch von Verwaltungsseite sämtliche nötigen unterstützenden Maßnahmen auf den Weg zu bringen, damit das neue BTHG auch tatsächlich gehändelt werden kann. Möglicherweise wird die Organschaft zusätzlich neue Zugänge in den heilpädagogischen Markt suchen und ambulante Leistungen aus dem Pflegeversicherungsbereich offerieren. Angelika Bakos: „Wir werden aber auch weitere stationäre Plätze schaffen müssen, weil manche Menschen eben einfach 24-Stunden-Betreuung brauchen – und natürlich betrifft auch uns der Fachkräftemangel, so dass die Personalbindung und -neugewinnung immer in unserem Fokus bleiben muss.“